Adam und Eva
Gen 1,27: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn, und er schuf sie als Mann und Weib.“
Die Geschichte von Adam und Eva steht in der Bibel im Alten Testament direkt nach der Schöpfungsgeschichte. Adam und Eva wurden ausersehen, als erste Menschen auf der Erde zu leben. Gott formte den Adam aus Erde und hauchte ihm den Lebensatem ein. Gen 2,7: Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen. Doch Adam fühlte sich einsam. Er vermisste ein partnerschaftliches Gegenüber. Daraufhin ließ Gott Adam in einen tiefen Schlaf fallen, entnahm ihm eine Rippe und schuf aus dieser sein Gegenüber Eva. Gen 2, 21-22: Da ließ Gott, der Herr, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, sodass er einschlief, nahm eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch.Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu. Bis dahin wird in der biblischen Erzählung immer von „dem Menschen“ gesprochen. Nun aber erkennt Adam in der Begegnung mit dem neuen Wesen sich als Mann und ihm gegenüber Eva als Frau. Gen 2,25: Beide, Adam und seine Frau, waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander. Adam und Eva lebten zunächst im Garten Eden. Dort wurde Eva von der Schlange überredet, trotz Gottes Verbot vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen. Im Neuen Testament in Offb 12,9 wird die Schlange mit dem Teufel gleichgesetzt. Das Essen der verbotenen Frucht ist eine Abkehr von Gottes Geboten und gilt sowohl in der jüdischen als auch in der christlichen Religion als Ungehorsam gegenüber Gott. Als Folge ihres verbotenen Tuns erkannten Adam und Eva ihre Nacktheit und fertigten sich einen Schurz aus Feigenblättern.
Jetzt ist im Garten Eden etwas vorhanden, was vorher nicht dagewesen war: Schamgefühl. Ab da versuchten Adam und Eva auch sich vor Gott zu verstecken. Gott stellte sie zur Rede, woraufhin Adam die Schuld Eva gab. Eva beschuldigte die Schlange. Beide wurden daraufhin aus dem Garten Eden vertrieben, Gott machte ihnen jedoch Röcke aus Fellen als Schutz. Eva musste fortan Kinder unter Schmerzen gebären, Adam wurde der harte und mühselige Ackerbau auferlegt. Gen 3,16: Zur Frau sprach er: Viel Mühsal bereite ich dir, sooft du schwanger wirst. / Unter Schmerzen gebierst du Kinder. / Du hast Verlangen nach deinem Mann; / er aber wird über dich herrschen. Gen 3,17: Zu Adam sprach er: Weil du auf deine Frau gehört und von dem Baum gegessen hast, von dem zu essen ich dir verboten hatte: So ist verflucht der Ackerboden deinetwegen. / Unter Mühsal wirst du von ihm essen / alle Tage deines Lebens. Die klassischen Worte aus Gen 3,19 : „Denn Staub bist du und zum Staub zurück kehrst du“ bedeuten nach christlicher Interpretation, dass nun der Tod in die Welt getreten ist, da die Menschen sterblich geblieben sind. Zwischen Eva, der Schlange und ihren jeweiligen Nachkommen wird fortan Feindschaft herrschen. Adam zeugte nach der Vertreibung aus dem Paradies mit Eva den Kain, Abel und Set (Gen 5,4). Außerdem weitere nicht namentlich genannte Töchter und Söhne. Adam lebte insgesamt 930 Jahre. Der Mensch, der zunächst als Naturwesen geschaffen wurde, wurde dann durch Aneignung von ‚Gottgleichheit’ und ‚Erkenntnisfähigkeit’ zum Kulturwesen. Die fundamentale Störung der menschlichen Gemeinschaftsverhältnisse durch die Übertretung des Gebotes (Gen 2,16-17) setzt sich in den kainitischen Nachkommen von Adam und Eva fort (Gen 4,1-24*). Mit der zweiten Generation (→ Kain) kommt der Mord in die Welt.
Die präadamitische Theorie: Der Präadamismus geht davon aus, dass es vor Adam und Eva bereits Menschen auf der Erde gab, die entweder von Gott getrennt von der Schöpfungsgeschichte Adams erschaffen wurde oder unabhängig von dieser existierte. Sie impliziert, dass diese Menschen sowie deren Nachkommen außerhalb der Heilsordnung stehen. Insofern lieferte sie eine Grundlage für die Entwicklung des modernen Weltbildes unter naturwissenschaftlichem Paradigma (Paläontologie, Evolutionsbiologie). Ein prominenter Vertreter des Präadamismus war Isaac La Peyrère, der 1655 sein Buch „Prae-Adamitae“ veröffentlichte, in dem er die Existenz einer präadamitischen Menschheit postulierte. Ein früher, politisch motivierter Vertreter der Hypothese war der römische Kaiser Julian (331–363). Er vertrat die Auffassung, dass die Menschheitsgeschichte nicht nur von einem, sondern von einer ganzen Reihe von Urvölkern ausging, die am Anfang der Schöpfung standen. 1591 argumentierte der italienische Mönch, Dichter und Philosoph Giordano Bruno, dass das jüdische Volk und die Äthiopier nicht die gleichen Vorfahren gehabt hätten. Vielmehr hätten seinerzeit nicht nur ein Adam, sondern mehrere unterschiedliche erste Menschen geschaffen werden müssen, oder die Afrikaner seien die Abkömmlinge präadamitischer Stämme der Menschheit. Zudem tellte er die These auf, dass es in diesem unbegrenzten Kosmos nicht nur eine unendliche Anzahl von erdenähnlichen Welten, sondern es auf ihnen auch intelligente Wesen, also außerirdische Intelligenz, gebe. Ein prominenter Vertreter des Präadamismus war Isaac La Peyrère, der 1655 sein Buch „Prae-Adamitae“ veröffentlichte, in dem er die Existenz einer präadamitischen Menschheit postulierte. Nach La Peyrère gab es zwei Schöpfungen, erst die der Heiden und dann die des Adam, des Stammvaters der Juden. Die Annahme präadamitischer Existenz erkläre auch die Lebensumstände Kains nach der Ermordung Abels, denn laut der Genesis nahm er sich eine Frau und gründete eine Stadt. La Peyrère, der sich auch intensiv mit der Geschichte Grönlands und Islands auseinandersetzte, nahm an, dass die präadamitischen Völker ursprünglich in der Polarregion beheimatet waren. Während der der Epoche der Aufklärung (etwa 1720-1800) wurde der Präadamismus weitestgehend als Herausforderung für die Verfechter biblischer Schöpfungstheoretiker angenommen. Im 19. Jahrhundert wandelte sie sich dann zum rassenideologischen Argument. Anders als in der christlichen Glaubensvorstellung war die Annahme von Lebewesen vor Adam integraler Bestandteil der islamischen Lehre. Demnach hätte Gott bereits vergangene Zivilisationen ausgelöscht, nachdem diese Unheil stifteten und sich gegenseitig töteten, und der Mensch sei ein Nachfolger dieser Zivilisationen. Der Y-chromosomale Adam (auch Adam des Y-Chromosoms) ist in der Genetik der Name für den Mann, der der jüngste gemeinsame Vorfahre aller heute lebenden Männer in ihrer rein väterlichen Linie ist. Da das Y-Chromosom fast unverändert nur vom Vater an den Sohn weitergegeben wird, lassen sich alle heutigen männlichen Linien auf einen einzigen Punkt zurückführen. Schätzungen über sein Alter gehen von etwa 200.000 bis über 300.000 Jahre aus, insbesondere nach der Entdeckung seltener afrikanischer Linien. Er war aber weder der erste Mensch seiner Art noch der einzige Mann seiner Zeit. Er ist lediglich derjenige, dessen männliche Nachkommenlinie bis heute nie abgerissen ist. Andere Männer seiner Zeit hatten ebenfalls Nachkommen, aber deren rein männliche Linien sind irgendwann ausgestorben (z. B. wenn ein Nachfahre nur Töchter hatte). Die mitochondriale Eva ist das weibliche Gegenstück (die Vorfahrin in der mütterlichen Linie). Lange Zeit glaubte man, sie hätten in völlig unterschiedlichen Epochen gelebt. Neuere Forschungen zeigen jedoch, dass sich ihre Lebenszeiten vermutlich überschnitten haben. Dennoch waren sie kein „Paar“ im biblischen Sinne und lebten wahrscheinlich nicht am selben Ort. Der „Adam“ ist kein fixer Individuum der Geschichte. Wenn bestimmte männliche Linien aussterben, rückt der Titel des jüngsten gemeinsamen Vorfahren zeitlich näher an die Gegenwart heran.