Alchemistische Texte

Splendor solis  ist ein illustriertes alchemistisches Manuskript in mittelniederdeutscher Sprache aus dem 15. Jahrhundert. In kryptischer Sprache werden die Einflüsse der Naturelemente auf das Leben der Menschen betrachtet. Sein Wissen bezog der Autor unter anderem aus den magischen Werken der Kabbala. Splendor Solis gilt als ein Hauptwerk der Alchemia Picta Tradition. Im Mittelpunkt des Textes steht die Herstellung und Wirkungsweise des Steines der Weisen. Dazu werden Zitate von klassischen alchemistischen Autoren wie Alphidius, Aristoteles, Rhazes, Avicenna, Chalid ibn Yazid, Pseudo-Geber (Geber), Hermes Trismegistos, Morienus, Zosimos, dem Turba Philosophorum und Ibn Umail (Senior Zadith) verwendet.

Das Rosarium philosophorum oder Rosenkranz der Philosophen gilt als einer der wichtigsten Texte der europäischen Alchemie. Ursprünglich im 16. Jahrhundert geschrieben, wird es in späteren alchemistischen Schriften häufig zitiert. 
Die Tabula Smaragdina ist ebenfalls einer der berühmtesten Texte alchemistischer und hermetischer Literatur. In den rund zwölf dunklen, allegorischen Sätzen spiegelt sich die Vorstellung eines Zusammenhangs von Mikrokosmos und Makrokosmos. Das was unten ist, ist wie das, was oben ist, und das was oben ist, ist wie das was unten ist, ein ewig dauerndes Wunder des Einen.

George Ripley (* um 1415; † 1490) war einer der bedeutendsten englischen Alchemisten.

Er widmete sich der Naturforschung und der Alchemie. Um seine Kenntnisse zu erweitern, unternahm er lange Reisen nach Frankreich, Deutschland und Italien. Als er im Jahr 1478 nach England zurückkehrte, behauptete er, im Besitz der Rezeptur zur Herstellung des Steins der Weisen zu sein, der unter anderem auch das Goldmachen ermöglichen sollte. In seinem wichtigsten Werk The Compound of Alchemy  (1471) beschreibt Ripley dann in bilderreichen aber rätselhaften Versen die 12 Stufen (The Twelve Gates) des alchemistischen Weges zur Bereitung des Steins der Weisen.

Die Ripley Rolle ist ein fast fünfeinhalb m langes Manuskript, das angeblich das Geheimnis von der Herstellung des Steins der Weisen beschreibt. Die Schriftrolle enthält zahlreiche mystische Symbole und alchemistische Zeichen, deren genaue Bedeutung unbekannt ist. Die Rolle ist nach Georg Ripley benannt, einem mittelalterlichen Kanoniker, der behauptet den Stein der Weisen gefunden zu haben. In der ersten Szene (siehe Links) sinniert ein bärtiger Alchemist unter einer lateinischen Inschrift, die mit den Worten beginnt „Der geheimnisvolle Stein liegt in einer verborgenen Quelle„. Der Alchemist hält einen Alchemisten Kolben mit einer 1Kröte, über einen Ofen. Die Schrift auf den Armen des Kolben ermahnt ihn: Wasser aus Erde, Erde aus Luft, Luft aus Feuer und Feuer aus 2Erde zu machen.   Die acht Rundbilder stellen die Phasen dar, die notwendig sind, um den weißen Stein herzustellen, wobei Mercurius und Sulphur miteinander verschmelzen. Nach Elias Ashmole (englischer Alchemist), zog Ripley 1471 alle seine früheren Schriften mit der Begründung zurück, erst jetzt das Geheimnis des wahren Steins der Weisen (Lapis Philosophorum) erkannt zu haben. In Ripleys weisem Wasser ist ein mineralisches Salz, das sogenannte geheime Salz der Alchemisten, enthalten. Dieses Salz, auch genannt flüchtige weiße Lilie, flüchtiger weißer Adler oder Drache, wird destilliert aus der schwarzen Magnesia, der Steinkohle. Die Steinkohle wird calciniert und zur Dicke eines Gummis (Steinkohleteer) verdampft. Der Steinkohlenteer, eine zähflüssige schwarze Masse, die einen unangenehmen Geruch verströmt, wurde von den Alchemisten Menstruum foetens genannt. Aus ihr scheidet sich zunächst ein weißes Wasser, der Mercurius Universalis ab. Aus diesem Wasser, oder Lac virginum (Jungfernmilch) der Adepten (= Ammoniakwasser) stellen die Alchemisten ihr geheimes Salz her. Nach Ripley sind im schwarzen Öl der Steinkohle drei Substanzen enthalten: (1) ein weißes Wasser, das Lac virginum der Adepten. (2) die Aqua ardens, die angezündet wie gewöhnlicher Weingeist brennt. (3) ein rotes Öl, das Blut des grünen Löwen der Adepten. In der Alchemie wurden Lösungsmittel, die Gold lösen konnten, als „Grüner Löwe“ oder „Grüner Drache“ bezeichnet. Derartige Flüssigkeiten standen am Anfang des „großen Werkes“, der Herstellung des „Steins der Weisen“. In einer Darstellung aus dem Rosarium Philosophorum (siehe Blild rechts unten) frißt der grüne Löwe die Sonne, den philosophischen Sulphur, und das Blut, der philosophische Mercurius, rinnt herunter, womit die Läuterung der prima materia beginnt. Ein grüner Löwe  ist auch auf der „Tabula Smaragdina“ abgebildet. Ripley soll den Johanniterrittern für ihren Kampf zur Verteidigung ihres Ordenssitzes auf Rhodos gegen die belagernden Osmanen angeblich jährlich 100.000 Pfund (ca. 45 t) Sterling geschenkt haben, was als Beweis dafür herangezogen wird, das er die geheime Kunst der Goldherstellung beherrscht und folglich im Besitz des Steins der Weisen gewesen sei.

George Ripleys Vision aus dem Buch „Die zwölf Tore“ (The twelve Gates)

  1. Als ich eines Nachts mit meinem Buch beschäftigt war
  2. Erschien die hier beschriebene Vision vor meinem trüben Blick
  3. Ich sah eine rötliche Kröte; sie trank den Rebensaft so schnell,
  4. Dass ihre Gedärme, mit Brühe überladen, ganz zerbarsten:
  5. Und danach trat aus ihrem vergifteten Leib ihr Gift hervor,
  6. Aus Leid und Schmerz darüber begannen all ihre Glieder anzuschwellen:
  7. Mit Tropfen vergifteten Schweißes näherte sie sich so ihrem geheimen Lager
  8. Und färbte mit Wolken rauchiger Luft ihre Höhle ganz weiß;
  9. Und daraus kam nach einer Weile ein goldener Saft hervor,
  10. Dessen von oben herabfallende Tropfen den Boden mit rötlicher Farbe befleckten.
  11. Und als ihrem Leib die Kraft des Lebensatems zu schwinden begann,
  12. Nahm die sterbende Kröte die schwarze Farbe der Kohle an:
  13. So ertrank sie in den eigenen Strömen der vergifteten Flut;
  14. Vierundachtzig Tage lang stand sie verfaulend da,
  15. Dann wollte ich versuchen, dieses Gift auszutreiben;
  16. Zu diesem Zweck übergab ich ihren Kadaver einem sanften Feuer:
  17. Als das geschehen, wurde – wunderbar anzusehen und zu hören –
  18. Die Kröte auf jeder Seite von seltsamen Farben durchbohrt;
  19. Und das Weiße erschien, als alle anderen Farben verschwunden waren:
  20. Nachdem es sich rötlich verfärbt hatte, blieb es auf immer bestehen.
  21. Dann bereitete ich aus dem so behandelten Gift eine Medizin,
  22. Die das Gift tötet und jene heilt, welche durch Zufall Gift genommen haben.

Trennlinie

1) Die Kröte ist das Gold, Die Kröte trank den Rebensaft: Diese Flüssigkeit nennen die Alchemisten auch ihr Wasser, Aqua Ardens, aber am häufigsten nennen sie es ihren Mercurius. 2) Erde (sichtbarer Zustand) und Feuer (verborgener Zustand) sind der Sulphur der Alchemisten und Wasser (sichtbarer Zustand) und Luft (verborgener Zustand) sind der Mercurius. Sal ist die Quintessenz, vergleichbar dem Äther.

Archibald Cockren geboren 1904: Osteopath in London. Ab 1924 widmete er sich der Alchimie.  Ausgangspunkt für den Stein der Weisen ist das legendäre Goldöl.

Die Herstellung des Goldöls war nur möglich mit dem Alkahest, dem universalen Lösungsmittel. Cockren begann mit einer neuen Richtung von Experimenten mit einem Metall! Das Material lieferte, nachdem es auf seine Salze reduziert war und eine besondere Vorbereitung und Destillation durchgemacht hatte, das Quecksilber der Philosophen. Anzeichen für den richtigen Weg war ein heftiges Zischen. Dampfströme ergossen sich aus der Retorte in den Aufnahmebehälter. Dann erfolgte eine heftige Explosion und ein sehr starker und durchdringender Geruch erfüllte das Laboratorium und seine Umgebung. Es war aber ein angenehmer Geruch. (Regen, Wind, Blumen) MÖGLICHERWEISE OZON? Um diese Explosion zu vermeiden, wurde das Gas durch eine Kühlvorrichtung (Kühlrohr) zum Auffangbehälter geleitet. Die Erhitzung des Ausgangsmaterials musste vorsichtig geschehen. Allmählich kondensierte das Gas zu einem klaren goldenen Wasser, das äußerst brennbar und flüchtig war. Das Wasser musste dann durch Destillierung geschieden werden und das Ergebnis war das weiße Quecksilberwasser. Dieses war absolut wesentlich für die Herstellung des Goldöls. Es wurde zu den Goldsalzen zugefügt, nachdem die Salze mehrmals mit destilliertem Wasser gewaschen worden waren, um den Säuregehalt von Aqua regia, das benutzt worden war, um das Gold aufzulösen, zu entfernen. Wenn zu den Goldsalzen Quecksilberwasser hinzugefügt wurde, gab es einen leisen zischenden Laut und eine Temperaturerhöhung. Danach wurde das Gold zu einer tiefroten Flüssigkeit. Wenn diese destilliert wurde, war das Goldöl, eine tief bernsteinfarbene Flüssigkeit von öliger Konsistenz erzeugt. Aus dem goldenen Wasser (oleu) kann das weiße Wasser und eine tiefrote Tinktur, deren Farbe sich vertieft, je länger sie aufbewahrt wird, gewonnen werden. Diese beiden sind das Quecksilber und der Schwefel, die von den Alchimisten beschrieben wurden. Um den Stein der Weisen herzustellen, nahm Cockren die schwarzen Metallbodensätze, die nach der Extraktion des Goldwassers zurückgeblieben waren, erhitzte sie, bis sie glühten und behandelte sie dann, bis sie zu einem weißen Salz wurden. Er nahm dann eine gewisse Menge dieses Salzes, des Quecksilbers und des Schwefels und setzte sie in einem hermetisch versiegelten Glaskolben über mäßige Hitze. Die Mischung sah zunächst aus wie bleierner Schlamm, der langsam aufging, wie Teig, bis sie ein kristallines Gebilde hervorbrachte, das einer wachsenden Korallenpflanze ziemlich ähnlich war. Die Hitze wurde allmählich verstärkt, bis sich das Gebilde in eine bernsteinfarbene Flüssigkeit auflöste, die dann dickflüssig wurde und in eine schwarze Erde am Boden des Glases absank. Wenn mehr Quecksilber hinzugefügt wurde, löste sich das schwarze Pulver auf. Wenn die schwarze Farbe abnimmt, kommt und geht Farbe nach Farbe, bis die Mischung weiß und glänzend wird: das weiße Elixier. Die Hitze wird nun noch weiter verstärkt und von weiß wandelt sich die Farbe in Zitronengelb und schließlich in Rot: das Elixier vitae; der Stein der Weisen.