Die Shugborough-Inschrift

Die Shugborough-Inschrift ist eine rätselhafte Folge von Buchstaben – OUOSVAVV, zwischen den Buchstaben DM, deren Bedeutung bis heute nicht geklärt werden konnte. 

Die Shugborough-Inschrift

Sie befindet sich auf einem Schäferdenkmal aus dem 18. Jahrhundert auf dem Gelände der Shugborough Hall in Staffordshire, England. Das in einen rustikalen Bogen eingeschlossene Denkmal zeigt ein Relief des berühmten flämischen Bildhauers Peter Scheemakers. eine Darstellung von Nicolas Poussins Gemälde „Die Hirten von Arkadien“. Die beiden Fassungen, die im Abstand von rund zehn Jahren entstanden sind, werden in Chatsworth House in Devonshire und im Louvre aufbewahrt. Die beiden Bilder Poussins weisen erhebliche formale Unterschiede auf. Das Relief enthält einige bemerkenswerte Änderungen zum Originalbild, darunter die Aufnahmen eines dritten Sarkophags über dem abgebildeten Hauptgrab. Die Worte „Et in Arcadia ego ist“ (Ich bin auch in Arkadien) schmücken das Werk.

Die Hirten von Arkadien

Die erste Fassung zeigt im Hochformat eine Waldlandschaft mit einem hoch aufgesockelten Sarkophag, auf dem ein Totenkopf liegt. Im Vordergrund lagert ein mit Lorbeer oder Olivenzweigen bekränzter Flussgott, die Personifikation des Alpheios, der durch Arkadien fließt, und der in der Arkadienpoesie häufig eine Rolle spielt. Zwei Hirten und eine Hirtin lesen erregt und mit gespannter Aufmerksamkeit die Inschrift ET IN ARCADIA EGO. Für die zweite Fassung des Themas hat Poussin ein Querformat gewählt. In einer bukolischen Landschaft unter einem heiteren Himmel und vor den aufragenden Bergen Arkadiens im Hintergrund, befindet sich, parallel zum Betrachter, ein schlichtes, aus Steinblöcken aufgemauertes Grabmonument mit der gleichen Inschrift. Vier Personen, symmetrisch angeordnet, befinden sich ruhig und in kontemplativer Haltung vor dem Monument, wobei die beiden knienden Hirten, die der Inschrift mit ihren Zeigefingern folgen, von zwei stehenden Personen flankiert werden. Ein junger Hirte stützt sich auf das Monument und betrachtet versonnen den vor ihm knienden Gefährten. Eine weibliche, antik gekleidete Figur flankiert gleich einer Statue die rechte Seite der Gruppe. Sie hat ihre Hand auf die Schulter des jungen Hirten gelegt, der auf die Inschrift zeigt und der sie fragend anschaut. Grundsätzliche Unterschiede zwischen den zwei Bildern ergeben sich vor allem durch unterschiedliche Auslegung der lateinischen Inschrift einerseits (siehe oben) und aus dem Versuch, andererseits die weibliche Figur zu erklären.

Unter dem Relief befindet sich eine Steintafel mit einer Inschrift aus zehn Buchstaben. Die Inschrift ist in zwei Zeilen unterteilt. In der ersten Zeile befinden sich acht Buchstaben und in der zweiten Zeile zwei Buchstaben an beiden Enden der Buchstaben in der ersten Zeile. Die Buchstaben in der zweiten Zeile, DM, wurden häufig in römischen Gräbern verwendet, und stehen für „Dis Manibus“, was „den Schatten gewidmet“ bedeutet. Das von dem britischen Abgeordneten und Amateurarchitekt Thomas Anson in Auftrag gegebene Denkmal wurde irgendwann zwischen 1748 und 1756 erbaut. Thomas Anson war der Bruder des britischen Admirals George Anson , der angeblich einen spanischen Schatz auf einer Insel vergraben haben soll. Die verschlüsselte Inschrift soll die Lage der Insel beschreiben. G. Anson war im Jahr 1743 für einen Monat in den philippinischen Gewässern stationiert. Unter anderem gelang es ihm am 16. Juni 1743 die spanische Galeone Nuestra Señora de Covadonga in der Nähe der Insel Samar abzufangen und zu entern. Die Galeone war beladen mit 1.313.843 Pesos und 35.682 Unzen Silber (1.011 kg) am 15. April 1743 von Acapulco aus in See gestochen. Es dauerte eine Woche, bis der gesamte Schatz dem britischen Schiff übergeben war. Es ist bekannt das G. Anson ein riesiges Vermögen an spanischen Schätzen angehäuft hat. Dies ermöglichte es auch seinem Bruder Thomas, seiner Leidenschaft für Architektur nachzugehen, indem er auf dem Familiensitz in Shugborough zahlreiche Tempel und andere Bauwerke, darunter das mysteriöse Hirtendenkmal, erbauen ließ.

Vielleicht besteht auch eine Verbindung zum berühmten Schatz von Rennes-le-Chateau. In dem oben gezeigten Gemälde Nicolas Poussins soll der Schlüssel zum Geheimnis Rennes-le-Chateaus verborgen sein. Der Ortspfarrer Bérenger Saunière erwarb im Louvre eine Reproduktion dieses Gemäldes.

Anmerkung des Autors: Zwischen 1748 und 1763 ließ der englische Architekt Thomas Anson im Park des Familiensitzes Shugborough Hall in Staffordshire durch den flämischen Bildhauer Peter Scheemakers (1691–1781) ein Grabmonument für seinen Bruder George Anson errichten. Das Relief auf dem Monument zeigt spiegelverkehrt einen Ausschnitt aus der Louvre-Fassung der Arkadischen Hirten. Unterhalb des Reliefs ist eine Tafel mit der Inschrift O.U.O.S.V.A.V.V & D.M. angebracht, deren Bedeutung bis heute nicht entschlüsselt ist. Es sollen jedoch Verbindungen zum  Templerorden und zum Heiligen Gral bestehen.