Die Wüsten wachsen

Wüsten sind vegetationsarme Gebiete der Erde, in denen jährlich weniger als 250 mm Niederschlag fällt. Wüsten sind entweder durch extreme Trockenheit oder Kälte gekennzeichnet  und breiten sich weltweit zunehmend aus. Sie werden hauptsächlich unterteilt in heiße Trockenwüsten (z.B. Sahara) und kalte Eis-/Kältewüsten (z.B. Antarktis, Arktis). Sie können durch natürliche Faktoren (Wind, Meeresströmungen, Gebirgsketten) entstehen, aber auch menschliche Aktivitäten wie Überweidung, Abholzung und nicht angepasste Landwirtschaft fördern die Ausbreitung von Wüsten. Insgesamt besteht fast ein Drittel der Landflächen der Erde aus Wüsten – und diese wachsen stetig. 23 Hektar Wüstenfläche entstehen neu – pro Minute!  Die globale Erwärmung trägt maßgeblich dazu bei. Die zunehmende Ausbreitung der Wüste führt dazu, dass sich die betroffenen Regionen nicht mehr selbst regenerieren können. Die Folgen für Menschen und Tiere sind fatal. Daher sind Aufforstungsprojekte immens wichtig geworden. Bestehende Wälder sollten nicht weiter abgeholzt werden. Bäume und Sträucher können als grüne Mauer gegen die fortschreitende Wüstenbildung angepflanzt werden. Ein Beispiel für Aufforstung: Grüne Mauer soll Wüstenausbreitung verhindernVom Senegal im Westen bis Djibouti im Osten soll die Wüstenbildung mit einem riesigen, 8.000 Kilometer langen Waldgürtel – der „Great Green Wall“ – gestoppt werden, sodass sich die Sahara nicht weiter auf dem afrikanischen Kontinent ausbreiten kann. An dem Projekt sind 21 Länder beteiligt.

Die Wüsten der Welt

Die chilenische Atacamawüste ist eine der trockensten Wüsten der Erde. Sie bedeckt eine Fläche von etwa 140 000 km2.  Charakteristisch sind die relative Regenarmut, die geringen Temperaturen und der auftretend Nebel, die Atacamawüste gehört zu den Nebelwüsten. Nachts kann es hier bis zu -15 °C kalt werden. Alle sechs bis zehn Jahre kommt es zu heftigen Niederschlägen, die kurzzeitig zu einem Erblühen der Wüste führen.
Die Sonora-Wüste liegt im Nordwesten Mexikos. Mit einer Fläche von ca. 320.000 km² ist sie eine der größten und gleichzeitig eine der vielseitigsten und artenreichsten Wüsten- oder Halbwüstenregionen der Welt. Bei Temperaturen von bis zu 40 °C fallen in der Wüste jährlich zwischen 76 mm und maximal ca. 500 mm Regen. Bemerkenswert an der Wüste sind dabei ihre zwei Regenzeiten zwischen Dezember und März und zwischen Juli und September. Damit ist sie die feuchteste Wüste der Welt. Die Sonora-Wüste beheimatet unter anderem die großen und streng geschützten Saguaro-Kakteen sowie viele weitere Kakteen-Arten.
Der Salar de Uyuni ist ein Salzsee, der  die meiste Zeit völlig ausgetrocknet ist. Der See ist 10 000 km2 groß und liegt auf einer Höhe von 3 600 Meter (m)  im Südwesten Boliviens. Die Temperatur schwankt stark: Während die Sommersonne die Salzebene mittags auf 30 Grad Celsius (°C) aufheizen kann, sinkt die Temperatur nachts bis zum Gefrierpunkt. Die Salzkruste des Salar de Uyuni ist bis zu 30 m dick. Während der Regenzeit kann das sonst trockene Gebiet von Wasser bedeckt sein.
Die große Salzwüste in Nordamerika war mal ein See: der prähistorische Lake Bonneville im US-Bundesstaat Utah; er erstreckt sich über eine Fläche von rund 10 360 km2 und war bereits gegen Ende der letzten Eiszeit ausgetrocknet. Der Boden der Wüste ist infolge des hohen Salzgehaltes weiß gefärbt. Der einzige bedeutende Ort am Rand der Großen Salzwüste ist Wendover mit rund 1500 Einwohnern.
Die Hammadah al-Hamra in der lybischen Sahara zählt wegen ihres felsigen Untergrunds und der geringen Wasserreserve zu den besonders  lebensfeindlichen Wüstengegenden. Die Wüste wird von mehreren sogenannten Wadis durchzogen, das sind Trockentäler, die nur bei Regen Wasser führen. Die Wadis werden bei plötzlich einsetzendem Niederschlag schnell überflutet. Die Hammadah al-Hamra ist einer der weltweit bedeutendsten Fundorte für Meteoriten.
Die Karakum ist eine  über 400.000 km². große Wüste in Zentralasien. Aufgrund ihrer kontinentalen Lage ist die Karakum extrem trocken. Die Karakumwar einst Heimat der sogenannten „Oasenkultur“ bekannt ist. Diese eigenständige Kultur entstand zeitgleich mit den bekannten Hochkulturen am Nil, in Mesopotamien und im Indus-Tal, im 4. Jahrtausend v. Chr.  und verschwand um 1700 v. Chr. wieder auf bislang ungeklärte Weise. Durch die Karakum verlief ein altes Netz von Karawanenstraßen (Seidenstraße), dessen Hauptroute den Mittelmeerraum auf dem Landweg über Zentralasien mit Ostasien verband.
Die Lut  im Südosten des Irans gilt als einer der extremsten Orte der Erde. Deie Wüste hält den Rekord für die höchste jemals gemessene Oberflächentemperatur an Land. Satellitenmessungen der NASA registrierten Werte von bis zu 70,7 °C. Bekannt ist die Lut vor allem für ihre riesigen Yardangs – monumentale, vom Wind aus Sedimenten geschliffene Felsformationen. In der Lut befinden sich auch einige der weltweit höchsten Sanddünen mit Höhen von bis zu 475 Metern.
Die Wüste Gobi liegt in Zentralasien und erstreckt sich über die Gebiete der Mongolei und China. Mit einer Fläche von einer Million Quadratkilometern (km²) ist sie die fünftgrößte Wüste der Welt. Gobi ist eine Kontinentalwüste; die Temperaturen im Winter sind extrem niedrig, während der Sommer sehr heiß wird. Das Gebiet ist sehr trocken, es fallen nur zwischen 30 und 200 Millimeter (mm) Niederschlag pro Jahr. 
Die Taklamakan-Wüste st nach der Rub al-Chali die zweitgrößte Sandwüste der Erde.  Ihre Fläche von 228.990 km² ist zum Großteil mit über 100 m hohen Wanderdünen bedeckt, manche belaufen sich sogar auf 300 Meter. Es herrscht ein extrem trockenes Kontinentalklima mit weniger als 30 mm Niederschlag pro Jahr. Die Temperaturen schwanken massiv: von über 40 °C im Sommer bis unter −20 °C im Winter. Die Dünen entstanden durch Staub- und Sandablagerungen der letzten Eiszeit, in der die Taklamakan fast ganz von einem See aus Gletscherschmelzwasser (Glazialsee) der umliegenden Hochgebirge bedeckt war. In wenigen Metern Tiefe haben sich im Laufe der Zeiten große Grundwasservorkommen gebildet. Außerdem liegen in dieser Wüste einige Salzseen. Seit Ende 2024 ist die Wüste vollständig von einem über 3.046 Kilometer langen Grüngürtel umschlossen, um die weitere Ausbreitung des Sandes zu verhindern.
Die Rub al Kahli gilt als eine der größten Sandwüsten der Erde. Sie liegt im Süden der arabischen Halbinsel und ist fast vollständig unbewohnt. Ihre rund 780 000 km2 große Fläche erstreckt sich auf die Gebiete von Saudi Arabien, dem Jemen, Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Temperaturen in der Rub al Kahli schwanken zwischen dem Gefrierpunkt und bis zu 60 °C, sie gilt als eine der unwirtlichsten Regionen der Erde und ist auch heute noch weitgehend unerforscht.
Die Sahara ist die größte Trockenwüste der Erde und umfasst mit rund 9,2 Millionen Quadratkilometern etwa ein Drittel des afrikanischen Kontinents. Vor etwa 6.000 bis 10.000 Jahren war die Region eine fruchtbare Savanne mit Seen und großen Tieren wie Giraffen und Elefanten. Zahlreiche prähistorische Felsmalereien belegen das. Die Sahara besteht nur zu etwa 10 bis 25 % aus Sandwüste. Der Großteil besteht aus Stein- (Hammada) und Kieswüsten (Serir) sowie Gebirgsmassive, wie dem Tibesti. Der Nil ist der einzige dauerhaft wasserführende Fluss, der die Wüste durchquert. Unter der Oberfläche lagern jedoch riesige fossile Grundwasservorkommen (Aquifere). Die Temperaturen in der Sahara können tagsüber bis zu 58 °C steigen und nachts auf -10 °C oder kälter fallen.   Seit 1920 hat sich die Sahara um etwa 10 % ausgedehnt, ein Prozess der fortschreitet.
Die Namib erstreckt sich über 2.000 km entlang des Atlantiks. Sie ist bekannt für die höchsten roten Sanddünen der Welt. Die Temperaturen können hier tagsüber auf über 50 °C steigen und nachts bis auf den Gefrierpunkt sinken. Trotz der extremen Trockenheit leben hier spezialisierte Arten wie Oryx-Antilopen, Springböcke und spezialisierte Wüstenelefanten. Letztere leben in den sandigen Trockenflüssen im Damaraland.  im Nordwesten Namibias. Der nördliche Teil, wo die Wüste direkt auf den Ozean trifft wird Skelettküste genannt. Hier liegen zahlreiche Schiffswracks und es gibt große Robbenkolonien.
Die Kalahari ist eigentlich keine Wüste, obwohl sie wegen des vorherrschenden Sandes als Wüste bezeichnet wird, sondern eine riesige Dornstrauchsavanne, die sich über ca. 930.000 km² erstreckt und große Teile von Botswana, den Osten Namibias sowie Teile des nördlichen Südafrikas umfasst. Die überwiegend aus rotem Sand, Gräsern und Akazien betehende Halbwüste,  ist das angestammte Land der San (Buschleute) und Heimat der berühmten Kalahari-Löwen (mit schwarzen Mähnen), Erdmännchen, Geparden und riesigen Herden von Antilopen wie dem Spießbock (Oryx). Große Teile der Kalahari sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Unter der Kalahari befinden sich zahlreiche teils großflächig erstreckende Süßwasservorkommen. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt im Süden und Westen rund 150–250 mm, während sie im Norden und Osten bis über 500 mm ansteigt, so dass das Klima dort sub-humid ist.
Die Große Sandwüste (Great Sandy Desert) im Nordwesten Australiens ist mit einer Fläche von etwa 284.993 km²  die zweitgrößte Wüste des Kontinents nach der Großen Victoria-Wüste. Charakteristisch sind riesige Felder aus roten Längsdünen, die bis zu 25 Meter hoch werden können, sowie Salzpfannen und Grasland, hauptsächlich das stachelige Spinifex-Gras, das weite Teile der Sandflächen bedeckt.  Im Sommer (Dezember bis Februar) steigen die Temperaturen häufig über 50 °C. Die Wüste ist semi-arid bis arid. Regenfälle sind selten (ca. 250 mm jährlich), treten aber oft in Form von heftigen Gewittern im Norden auf. Die Region ist sehr dünn besiedelt hat aber eine tiefe spirituelle Bedeutung für die Aborigines. Zum Beispiel  die berühmten riesigen roten Sandsteinformationen Uluru (auch bekannt als Ayers Rock) und Kata Tjuṯa (Die Olgas).

Die Große Victoria-Wüste (Great Victoria Desert) ist mit einer Fläche von rund 350.000 bis 424.000 km² die größte Wüste Australiens. Die Landschaft ist geprägt durch rote Sanddünen, Felsebenen („Gibber Plains“), Salzseen und Grasland. Typisch sind Spinifex-Gräser sowie Eukalyptus- und Akazienbäume. Im Sommer liegen die Tageswerte meist zwischen 30 °C und 40 °C (Spitzenwerte bis 50 °C möglich), während es im Winter nachts zu Frost kommen kann. Die Wüste ist sehr trocken mit nur etwa 200 bis 250 mm Regen pro Jahr. Die Region ist extrem dünn besiedelt. Seit Jahrtausenden leben dort Aborigines (z. B. die Pila Nguru), für die dasLand eine tiefe spirituelle Bedeutung hat.