Pangaea

Pangaea oder Pangäa war ein Urkontinent, der alle im Perm vorhandenen Landmassen der Erde umfasste. Pangaea entstand durch den Zusammenschluss von 1Laurussia und Gondwana  durch Schließung des Iapetus-Ozeans und des Rheischen Ozeans. Der Urkontinent war umgeben vom weltumspannenden Ozean 2Panthalassa. Ein keilförmiges Meer im Osten, die 3Tethys, schnitt tief in den Kontinent ein. Die Kollision der beiden Kontinentalplatten von Laurussia und Gondwana unterbrach den Wasser- und Wärmeaustausch der äquatorialen Meeresströmungen. Als Folge der eingeschränkten ozeanischen Zirkulation verstärkte sich der im Karbon beginnende globale Abkühlungstrend und dauerte bis in das Perm hinein an (permokarbonische Vereisung). Der Iapetus-Ozean war ein gewaltiges Weltmeer, das im späten Neoproterozoikum (vor etwa 600 bis 400 Millionen Jahren) existierte. Er trennte die Ur-Kontinente 4Laurentia (Nordamerika), 5Baltica (Skandinavien/Osteuropa) und 6Avalonia (Teile Westeuropas) voneinander. Der Rheische Ozean existierte von Unterordovizium bis ins Unterdevon. Er trennte damals die Kontinente Laurentia, Baltica und Avalonia. Seit der Entwicklung der Theorie der Plattentektonik wird Pangaea als Superkontinent bezeichnet, der bisher letzte der Erdgeschichte.  Der Urkontinent existierte als zusammenhängende Landmasse vor etwa 300 bis 150 Millionen Jahren (Karbon bis Jura). In diesem Abschnitt der Erdgeschichte fand gegen Ende des Perm das größte bekannte Massenaussterben (Artensterben) statt und es entwickelten sich die Dinosaurier. Als Ursache wird ein Meteoriteneinschlag, der am Südpol der Erde eingeschlagen sein soll. Diese Theorie wird wissenschaftlich belegt, durch einen im Sommer 2006 in der Antarktis in Wilkesland entdeckten Meteoritenkrater mit einem Durchmesser von 500 km. Die Wucht des Einschlags vernichtet nicht nur alles Leben auf der Erde, sondern drückte auf der entgegengesetzten Seite die Landmasse des heutigen Nordpols in die Höhe. Die kontinentale Ausdehnung Pangaeas betrug einschließlich der Festlandsockel ca. 138 Millionen Quadratkilometer. Davon entfielen 73 Millionen Quadratkilometer auf den ehemaligen Großkontinent Gondwana. Dieser umfasste die damals noch vereinigten Kontinente von Südamerika, Afrika, Antarktika, Australien, sowie die Gebiete Arabien, Madagaskar, Neuguinea und Indien. Er driftete im Verlauf der Erdgeschichte immer weiter nach Norden und vereinigte sich im späten Karbon (ca. vor 310 Millionen Jahren) mit dem damaligen nordamerikanisch-skandinavischen Kontinent Laurussia und den Kerngebieten Asiens zum letzten Superkontinent der Erde: Pangaea. Durch plattentektonische Vorgänge begann Pangaea vor rund 200 Millionen Jahren (Jura) wieder zu zerfallen. Er brach zunächst in zwei große Teile auseinander: Laurasia im Norden (heutiges Nordamerika und Eurasien) und Gondwana im Süden (Südamerika, Afrika, Indien, Antarktis und Australien). Der deutsche Geophysiker Alfred Wegener formulierte bereits Anfang des 20. Jahrhunderts seine Theorie der Kontinentalverschiebung. Die kontinentale Platte ist leichter ist als die ozeanische, daher schwimmt sie auf dieser. Ein vollständiger Untergang ist nicht möglich. Kontinente sind jedoch beweglich und haben sich über viele hunderttausend Jahre langsam voneinander wegbewegt. Daher ist es denkbar, dass ein ehemals großer zusammenhängender Urkontinent sich geteilt und die heutigen Kontinente gebildet hat.  Alfred Wegener und andere Forscher vertraten diese Theorie. Wegener schlussfolgerte aus der teilweise sehr genauen Passung der Küstenlinien auf beiden Seiten des Atlantiks, dass die heutigen Kontinente Teile dieses großen Urkontinents gewesen sein müssen, der in der erdgeschichtlichen Vergangenheit auseinandergebrochen war. Diese Theorie ist wissenschaftlich anerkannt. Wegner nannte diesen Urkontinent Pangaea. 

In der tamilischen Mythologie und in der hinduistischen Religion finden sich zahlreiche Hinweise auf die Existenz eines prähistorischen Kontinents namens Kumari Kandam, der im Westen als „Lemuria“ bekannt ist.

In der tamilischen Geschichtsschreibung wird der Kontinent als „Ilemuriya“erwähnt. Laut den Überlieferungen erstreckte er sich von der Südspitze des heutigen Indien= Kanniyakumari nach Südwesten hin bis Madagaskar nach Südosten hin bis nach Australien, und zwar als zusammenhängende Landmasse. Der Biologe Ernst Haeckel formulierte 1870 die Theorie das Kumari Kandam die Wiege der Zivilisation sei. Die ersten Menschen sollen hier gelebt und dann sich über die Erde verbreitet haben.  Der Kontinent versank im Meer. Ozeanographische Forschungen beweisen, dass der Meeresspiegel in den letzten 14.500 Jahren um 100 Meter gestiegen ist.  Lemuria sei in Inseln zerbrochen, von denen eine Madagaskar sei. Eine andere Theorie identifiziert Lemuria als versunkenen Kontinent oder eine Landbrücke, die zwischen Australien und Amerika gelegen haben soll. Alle diese Theorien sind mittlerweile wissenschaftlich überholt. Ob Lemuria überhaupt existiert hat und wo es lag, bleibt ein Geheimnis. Außerdem hält die Wissenschaft die Möglichkeit, dass ganze Kontinente untergehen, für unrealistisch. Die Okkultistin Helena Petrovna Blavatsky (1831–1891) vertritt  in ihrer Kosmogonie die These, Lemuria sei die Heimat der dritten von sieben Wurzelrassen, die nacheinander auf verschiedenen Kontinenten entstanden wären oder noch entstehen würden. Laut  ihrer Schöpfungsmythologie habe sich der göttliche Logos  materialisiert und befinde sich seitdem auf dem Weg zurück zum Geist. Diese Entwicklung vollziehe sich in 7 x 7 Stufen, die durch das Gesetz des Karma und der Reinkarnation miteinander verbunden seien. Die menschliche Entwicklung begann mit einer ersten, der astralen, körper- und geschlechtslosen Wurzelrasse, die in einem unsichtbaren „unvergänglichen, heiligen Land“ entstanden sei.  Diese erste Wurzelrasse sei nicht ausgestorben, da sie unsterblich sei, sie habe sich lediglich zurückgezogen. Die zweite Wurzelrasse habe auf einem heute nicht mehr existierenden Kontinent Hyperborea in der Nähe des Nordpols  gelebt. Diese Wurzelrasse habe sich aus riesigen, halb menschlichen Ungeheuern mit geringem Verstand zusammengesetzt, die sich durch Knospung fortpflanzten. Hyperborea sei in einer sintflutartigen Naturkatastrophe untergegangen. Die dritte Wurzelrasse, die Lemurier seien die ersten Menschen in materieller Form gewesen: von riesenhaftem Wuchs, großer Schönheit und umfassendem Wissen, doch noch ohne individuelles Ich. Fortgepflanzt hätten sie sich durch Eier.  Die Lemurier  seien aber schrittweise wieder  verschwunden. Die Überlebenden hätten auf der Insel Shambhala in der Wüste Gobi  eine Dynastie der Priesterkönige“ gegründet. Alternativ wird auch die Stadt Telos auch bekannt als die alte „Stadt des Lichts“ genannt. Diese soll sich unterhalb des Mount Shasta, im Norden des US-Bundesstaats Kalifornien befinden. Die vierte, atlantische Wurzelrasse, die als Erste bereits Sprache und ein moralisches Bewusstsein besessen habe, sei auf dem heute verschwundenen Kontinent Atlantis mitten im Atlantischen Ozean angesiedelt gewesen. Die Atlantier hätten über eine hoch entwickelte Technik verfügt, die es ihnen ermöglichte, gigantische Bauwerke wie die Tempel der Megalithkultur und die ägyptischen Pyramiden zu errichten. Die fünfte Wurzelrasse, die Arier, habe sich vor etwa einer Million Jahren in Nordasien gebildet. Nach dem Untergang von Atlantis seien sie nach Südwesten ausgewandert, wo sie sich auf dem  Kontinent Europa niedergelassen haben. Die germanische Unterrasse der arischen (fünften) Wurzelrasse definierte sie als die gegenwärtig höchste Stufe der kosmischen Evolution. Blavatsky sagte noch zwei weitere Wurzelrassen voraus. Eine sechste Wurzelrasse in Amerika werde mit dem Auftauchen eines neuen, sechsten Kontinents einhergehen, auf den sich die Überlebenden der Katastrophe retten würden, die in einigen hundert Jahren die gegenwärtige Menschheit weitgehend vernichten werde. Aus der sich anschließenden siebten Wurzelrasse werde der letzte Messias hervorgehen. Mit ihr werde die Menschheit in die reine Geistigkeit zurückkehren und der Zyklus des Lebens von Menschen auf der Erde sei abgeschlossen. 

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1Laurussia war ein kleinerer Superkontinent, der im Paläozoikum (vor etwa 420–400 Millionen Jahren) existierte. Er bildete den geologischen Kern dessen, was wir heute als Nordamerika und Europa kennen.  2Panthalassa bedeckte vor etwa 250 Millionen Jahren fast 70 % der Erdoberfläche. Der riesige Ozean erstreckte sich vom Nord- bis zum Südpol und war an seinem Äquator etwa doppelt so breit wie der heutige Pazifik. Der heutige Pazifische Ozean gilt als direkter Nachfahre von Panthalassa. Er entstand, als Pangäa vor rund 200 Millionen Jahren auseinanderbrach und sich neue Ozeane wie der Atlantik auf Kosten von Panthalassa bildeten. Das 3Tethys-Meer war ein gewaltiger prähistorischer Ozean, der während des Mesozoikums (Zeitalter der Dinosaurier) zwischen den Superkontinenten Gondwana und Laurasia lag. Durch die Verschiebung der Kontinentalplatten (Plattentektonik) schloss sich der Ozean. Die heutigen Überreste sind das Mittelmeer, das Schwarze Meer und das Kaspische Meer. 4Laurentia war ein antiker Erdteil, der den geologischen Kern des heutigen Nordamerikas sowie Grönlands bildete. Er entstand bereits vor Milliarden von Jahren und war Teil verschiedener Superkontinente wie Rodinia oder Pangäa. 5Baltica war ein eigenständiger Paläokontinent, der vor etwa 500 Millionen Jahren existierte. Er umfasste den Kern des heutigen Nord- und Osteuropas (Skandinavien, Baltikum, europäisches Russland). Er kollidierte im Silur (vor ca. 440–430 Mio. Jahren) mit dem Kontinent Laurentia und bildete den Superkontinent Laurussia. 6Avalonia war ein paläozoischer Kleinkontinent, der heute das geologische Fundament für weite Teile Westeuropas und der nordamerikanischen Ostküste bildet. Er entstand vor etwa 730 bis 570 Millionen Jahren als vulkanischer Inselbogen am nördlichen Rand des Superkontinents Gondwana. Im frühen Ordovizium (vor ca. 490 Mio. Jahren) brach Avalonia von Gondwana ab und driftete nach Norden. Dabei öffnete sich hinter ihm der Rheische Ozean, während der Iapetus-Ozean vor ihm schrumpfte.